Wenn Hochsensible verletzt sind: Warum sie ihre Gefühle unterdrücken und was hilft

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Ein kritischer Satz in der Teambesprechung, ein genervter Blick des Partners, ein Freund, der eine Verabredung vergisst: Wenn hochsensible Menschen verletzt sind, wirkt das oft tiefer und länger nach als bei anderen. Viele zeigen es trotzdem nicht. Sie lächeln, gehen zur Tagesordnung über und verarbeiten die Kränkung allein, manchmal über Tage. Und viele wissen gar nicht, dass hochsensible Menschen Kränkungen anders verarbeiten.

Dahinter steht häufig ein Muster aus der Kindheit. Aussagen wie „Du bist zu empfindlich“ oder „Übertreib nicht so“ führen dazu, dass hochsensible Kinder lernen, ihre Gefühle zu verstecken und sich anzupassen. Diese Anpassung hat einen hohen Preis, weil sie die Selbstwahrnehmung und den Umgang mit anderen Menschen nachhaltig prägt. Die ständige Unterdrückung der eigenen Sensibilität und die inneren Konflikte, die damit verbunden sind, können auch zu körperlichen Beschwerden führen.

In diesem Beitrag erfährst du, was in Hochsensiblen passiert, wenn sie verletzt sind, warum so viele von ihnen ihre Hochsensibilität unterdrücken, welche Folgen das hat und was dir hilft, mit Verletzungen anders umzugehen und dich durchzusetzen, ohne dich zu verbiegen.

Kurz gesagt: wenn Hochsensible verletzt sind

Hochsensible Menschen verarbeiten Eindrücke tiefer und erleben Gefühle intensiver. Deshalb trifft sie eine Kränkung oft stärker, und sie denken länger darüber nach. Typische Reaktionen sind Rückzug, Schweigen, Grübeln, körperliche Anspannung und Tränen oder Wut, die erst später kommen. Viele Hochsensible haben früh gelernt, ihre Gefühle zu unterdrücken, weil sie als „zu viel“ galten. Das kostet Kraft, belastet das Nervensystem und führt zu Einsamkeit. Was hilft: das Gefühl benennen, den Körper beruhigen, erst mit Abstand reagieren, in Ich-Botschaften sprechen und Grenzen klar formulieren.

Wenn Hochsensible verletzt sind: Was bei einer Kränkung in ihnen passiert

Hochsensibilität ist ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, das die Psychologin Elaine Aron beschrieben hat. Hochsensible Menschen nehmen feine Signale wahr, einen Unterton in der Stimme, ein kurzes Zögern, einen Blick, und sie verarbeiten diese Eindrücke gründlicher als andere. Das gilt auch für Kränkungen. Ein Satz, den andere nach einer Stunde vergessen haben, wird bei ihnen noch am Abend und oft auch am nächsten Tag weiterverarbeitet: Was hat er damit gemeint? Habe ich etwas falsch gemacht? Hätte ich etwas sagen sollen?

Dazu kommt die starke Gefühlswelt. Freude, Trauer und Wut kommen mit voller Wucht, und eine Verletzung ist deshalb nicht nur ein Gedanke, sie ist im ganzen Körper spürbar: als Kloß im Hals, als Druck auf der Brust, als Unruhe im Bauch. Wie Hochsensible Gefühle erleben, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Hochsensible und Gefühle.

Wichtig ist mir dabei: Nicht jeder hochsensible Mensch ist schnell gekränkt, auch wenn er sensibel auf Zwischentöne reagiert. In meiner Arbeit zeigt sich, dass vor allem die Menschen besonders verletzlich reagieren, deren Sensibilität in der Kindheit nicht angenommen, ständig hinterfragt oder sogar beschämt wurde. Wer als Kind gehört hat, dass seine Gefühle falsch sind, nimmt Kritik später schnell als Bestätigung dieser alten Botschaft wahr. Ob sich eine hochsensible Person nach einer Kränkung schnell wieder fängt, hängt deshalb stark von ihrem Selbstwertgefühl ab. Wer sich als Kind oft ungeliebt oder falsch gefühlt hat, ist anfälliger dafür, sich verletzt zu fühlen, und die Verletztheit hält länger an.

Typische Reaktionen, wenn Hochsensible verletzt sind

  • Rückzug: Sie brauchen Abstand, um das Erlebte zu sortieren, und melden sich eine Weile nicht.
  • Schweigen statt Streit: Weil Konflikte sie stark belasten, sagen sie lieber nichts, obwohl es innerlich brodelt.
  • Grübeln: Die Situation läuft immer wieder wie ein Film ab, oft bis in die Nacht.
  • Körperliche Reaktionen: Anspannung, Kopfschmerzen, Magendruck, Erschöpfung.
  • Verzögerte Gefühle: Tränen oder Wut kommen erst Stunden später, wenn sie allein sind.
  • Sich selbst die Schuld geben: Viele suchen den Fehler zuerst bei sich und entschuldigen sich sogar, obwohl sie verletzt wurden.

Warum hochsensible Menschen so stark auf emotionale Verletzungen reagieren

Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt intensiver wahr, sensorische Reize ebenso wie die Stimmung ihres Gegenübers. Sie fühlen meist intensiver, haben ein feines Einfühlungsvermögen und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Deshalb treffen sie Ungerechtigkeit, ein Vertrauensbruch oder abwertende Worte besonders intensiv. Viele HSPs haben außerdem ein starkes Harmoniebedürfnis: Sie wollen niemanden verletzen oder enttäuschen und halten Spannungen schlecht aus. Wer andere nicht kränken will, ist selbst oft leicht zu kränken.

Die tiefe Verarbeitung ist eine Stärke, wenn es um Erfahrungen, Ideen oder Beziehungen geht. Bei Verletzungen hat sie eine Kehrseite: Das Nervensystem bleibt länger in Alarmbereitschaft, und die Gedanken kreisen weiter, obwohl die Situation vorbei ist. Wie das Nervensystem hochsensibler Menschen dabei arbeitet, erkläre ich im Beitrag Hochsensibles Nervensystem. Welche weiteren Probleme entstehen können, wenn die Sensibilität nicht angenommen wurde, beschreibe ich im Beitrag Schattenseiten der Hochsensibilität.

Junge kauert an einer Wand und hält sich die Hände vors Gesicht, ein Finger zeigt auf ihn

Hochsensibilität unterdrücken: Was passiert, wenn du dich permanent zurückhältst?

Für viele hochsensible Menschen ist es eine Herausforderung, sich auszudrücken und ihre Bedürfnisse zu äußern. Die meisten Hochsensiblen ahnen, dass das Zurückhalten von Gefühlen und Wünschen ihnen nicht guttut. Sie kämpfen gegen sich selbst, und das kostet unheimlich viel Kraft. Dieser innere Kampf ist erschöpfend, und mit ihm können psychische Folgen einhergehen, etwa das Imposter-Syndrom oder People-Pleasing, bis hin zu einem Entwicklungstrauma.

Wenn wir unser Potenzial zurückhalten, unterdrücken wir auch unsere Emotionen und belasten unser Nervensystem. Der Druck, den wir auf uns selbst ausüben, kann körperliche Auswirkungen haben, die wir oft ignorieren. Die Forschung bestätigt das: Menschen, die ihre Gefühle gewohnheitsmäßig unterdrücken, erleben weniger positive Gefühle, fühlen sich weniger wohl und berichten von weniger nahen Beziehungen (Gross und John 2003).

Warum unterdrücken viele HSP ihre Gefühle?

Hochsensibilität bedeutet eine ausgeprägte Fähigkeit der Wahrnehmung. Vielen Hochsensiblen wurde in ihrer Kindheit gespiegelt, dass eben diese Wahrnehmung falsch ist. Eltern können die Reaktionen ihrer Kinder nicht nachvollziehen, und deren Gefühle und Bedürfnisse werden nicht ernst genommen.

Sie empfinden ihre Kinder als zart besaitet und versuchen häufig, auch aus Sorge, ihr Kind zu reglementieren. Dadurch entsteht beim Kind das Gefühl, nicht richtig zu sein.

Zeigen die Kinder ihre intensiven Gefühle, zum Beispiel wenn sie verletzt oder wütend sind, beginnen die Eltern, sich zu ärgern und das Temperament ihres Kindes zu zügeln. Dadurch beginnen Kinder, ihre Wut hinunterzuschlucken. Hochsensible lernen so, ihre Gefühle zu verbergen, weil sie in ihrer Kindheit erfahren haben, dass es sicherer ist, Emotionen nicht zu zeigen.

Das kann auch positive Gefühle betreffen, etwa wenn ein Kind sich überschwänglich freut und zur Ruhe ermahnt wird. Diese Muster prägen uns in der Kindheit und lassen uns im Erwachsenenleben glauben, dass das Zeigen von Gefühlen zu Konflikten oder Verletzungen führen könnte oder nicht angemessen ist.

Und so haben wir angefangen, uns anzupassen, mit verheerenden Folgen. Wie solche Erfahrungen entstehen, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Hochsensible Kinder, Zwänge und Ängste.

Hochsensibilität verdrängen: der Beitrag als Podcast und Video

Hier findest du die Podcast-Folge. Einfach auf den Link klicken und direkt loshören.

Wie wirken sich solche Erfahrungen auf die Gesundheit aus?

Wenn wir so in unserer Kindheit geprägt wurden, neigen wir dazu, unsere Gefühle zu kontrollieren, was zu Stress, Kopf- oder Rückenschmerzen führen kann. Die Gefühle kommen, und Unerwünschtes wird runtergeschluckt.

Solche Erfahrungen können tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Die meisten hochsensiblen Menschen ahnen, dass ihre besondere Wahrnehmung und Empfindsamkeit sie anfälliger für körperliche Auswirkungen macht. Oft leiden sie unter Beschwerden, die als Folge langfristiger psychischer Belastungen auftreten, etwa Stress oder Angstzuständen. Das führt zu einem spürbaren Energiemangel, denn das ständige Bemühen, sich an die Bedürfnisse nicht hochsensibler Menschen anzupassen, kostet viel Kraft. Wenn das Nervensystem aus dem Gleichgewicht gerät, ist es wichtig, geeignete Unterstützung zu suchen.

Coaching und andere Hilfsangebote können in solchen Momenten enorm guttun, weil sie helfen, innere Ruhe zu finden und Wege zu entwickeln, mit den eigenen Empfindungen umzugehen. Die Rückkehr zur Balance ist ein entscheidender Schritt für die körperliche und die psychische Gesundheit. Indem hochsensible Menschen lernen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu respektieren, können sie ihre Lebensqualität erheblich steigern.

Pinterest-Grafik "Dieses Kindheitsmuster zerstört hochsensible Menschen": Kind sitzt mit Kuscheltier auf dem Boden

Wie fühlt es sich an, wenn dein Nervensystem auf Dauerstress läuft?

Stell dir vor, dein Kopf ist ein Hochleistungscomputer mit Tausenden offenen Tabs. Geräusche, Stimmungen, Gerüche, Energien: HSP nehmen sie alle wahr, immer. Wenn du versuchst, diese Reize zu ignorieren, entsteht ein innerer Dauerkampf. Du fühlst dich angespannt, erschöpft, manchmal einfach „leer“, ohne zu wissen, warum.

Vielleicht hast du geglaubt, du bist nur überarbeitet. Aber in Wahrheit versuchst du ständig, deine Sensibilität herunterzuregulieren, und das raubt dir unfassbar viel Energie, während du die schmerzhaften Gefühle ignorierst.

Mann mit gesenktem Blick, auf seinem Kopf stapeln sich Zettel und Notizen, Sinnbild für unterdrückte Gefühle

Was passiert mit Gefühlen, die du nie zeigen durftest?

Deine Emotionen sind tief wie ein Ozean. Wenn du gelernt hast, sie herunterzuschlucken, weil sie „zu viel“ für andere waren, stauen sie sich in dir auf. Das Ergebnis? Du explodierst plötzlich bei Kleinigkeiten, wirst überwältigt von scheinbar grundlosen Tränen oder spürst eine Wut, die dich erschreckt.

Diese Ausbrüche sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Ausdruck deiner unterdrückten Wahrheit.

Warum fühlst du dich trotz Gesellschaft oft allein?

Wenn du deine Gefühle und Bedürfnisse nicht teilst, aus Angst, „anders“ zu sein, baust du nach und nach eine unsichtbare Mauer um dich. Du schützt dich vor Unverständnis, aber gleichzeitig verhinderst du echte Verbindung. Die Folge: Du fühlst dich einsam, gerade du von Menschen umgeben bist, die deine hochsensiblen Eigenschaften nicht wahrnehmen.

Und das Tragische? Viele hochsensible Menschen fühlen sich oft missverstanden. Andere nehmen deine Distanz wahr, verstehen aber nicht, warum du so reagierst.

Was will dir dein Körper eigentlich sagen?

Wenn dein Inneres dauerhaft von dir ignoriert wird, beginnt dein Körper zu sprechen. Chronische Erschöpfung, Magenprobleme, Spannungsschmerzen und andere körperliche Schmerzen, Schlafstörungen, ein diffuses Unwohlsein: All das sind oft keine Zufälle, sondern Botschaften deines Nervensystems, die du ernst nehmen solltest. Dein Körper ruft: „Hör hin!“ Bleiben Beschwerden über längere Zeit bestehen, lass sie ärztlich abklären.

dein Körper ist nicht dein Feind. Er ist dein ehrlichster Verbündeter.

Was verlierst du, wenn du deine Superkraft versteckst?

Hochsensibilität ist keine Schwäche, sie ist eine außergewöhnliche Stärke: Empathie, Intuition, Kreativität, Tiefe. Wenn du sie unterdrückst, hältst du dich von genau diesen Geschenken fern, die gefühlsstarke Menschen auszeichnen. Du traust dich weniger, zweifelst an dir und lebst nicht die Tiefe und Erfüllung, nach der du dich eigentlich sehnst.

Welche Stärken das im Beruf konkret sind und in welchen Berufen sie besonders gefragt sind, beschreibe ich im Beitrag Berufe für Hochsensible.

Deine Hochsensibilität zu unterdrücken, macht dich krank und kostet Kraft. Du bist nicht „zu viel“. Du bist einfach tief verbunden mit deiner feinfühligen Natur. Deine Sensibilität ist eine besondere Gabe, und genau darin liegt dein Potenzial.

Was Hochsensible brauchen, wenn sie verletzt sind

Verletzungen lassen sich nicht vermeiden. Du kannst aber lernen, anders mit ihnen umzugehen, sodass sie dich nicht tagelang festhalten und du nicht wieder ins Schweigen rutschst. Hier ist, was du konkret tun kannst:

  1. Benenne das Gefühl. „Ich bin gekränkt“ oder „Das hat mich getroffen“: Ein Gefühl, das einen Namen hat, verliert einen Teil seiner Wucht.
  2. Beruhige zuerst deinen Körper. Langsam ausatmen, die Füße auf dem Boden spüren, ein paar Schritte gehen. Solange dein Nervensystem im Alarm ist, kannst du nicht klar entscheiden, wie du reagieren willst.
  3. Reagiere mit Abstand. Du darfst dir mit der Antwort Zeit lassen. „Darüber möchte ich in Ruhe nachdenken, ich komme morgen darauf zurück“ ist eine vollwertige Antwort.
  4. Prüfe, was zu dir gehört. Frag dich, ob die Heftigkeit deines Gefühls zur Situation passt oder ob eine alte Verletzung mitschwingt. Beides darf da sein, aber es hilft, es zu unterscheiden.
  5. Sprich in Ich-Botschaften. „Als du das vor den anderen gesagt hast, habe ich mich bloßgestellt gefühlt“ öffnet ein Gespräch. „Du bist immer so rücksichtslos“ schließt es.
  6. Sorge für Erdung und Selbstfürsorge. Nach einer Verletzung brauchst du Zeit für dich. Achtsamkeit, ein Spaziergang, Wärme, Ruhe: Alles, was dir Erdung gibt, hilft deinem Nervensystem, sich zu regulieren.
  7. Sei freundlich zu dir. Du nimmst genau wahr, und das ist gut so. Behandle dich so, wie du einen guten Freund in derselben Lage behandeln würdest. Deine Verletzlichkeit anzuerkennen und deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, ist ein wichtiger Schlüssel zu mehr Selbstvertrauen und Selbstliebe.

Können hochsensible Menschen verzeihen?

Ja, und oft sehr tief, weil sie gut nachvollziehen können, was im anderen vorgegangen ist. Verzeihen heißt für viele Hochsensible allerdings nicht vergessen. Sie erinnern sich lange an Verletzungen, und das Vertrauen kommt langsamer zurück als die Versöhnung. Hilfreich ist ein klärendes Gespräch, in dem die Verletzung ausgesprochen und anerkannt wird. Wird sie dagegen kleingeredet, bleibt sie oft als stille Distanz bestehen.

Durchsetzen trotz Hochsensibilität: Grenzen setzen, ohne dich zu verbiegen

Viele Hochsensible glauben, sie müssten laut und hart werden, um sich durchzusetzen. Das Gegenteil ist oft wirksamer: Klarheit, Ruhe und Vorbereitung. Deine Stärke liegt darin, dass du Situationen genau wahrnimmst und gründlich durchdenkst. So kannst du für dich einstehen, ohne jemanden zu verletzen.

  • Meine Empfehlung: Überlege dir vorher, was dir wichtig ist, und formuliere es in einem Satz.
  • Sprich wichtige Themen unter vier Augen und nicht zwischen Tür und Angel an.
  • Du darfst Bedenkzeit einfordern, bevor du Ja sagst.
  • Ein ruhiges, wiederholtes „Nein, das mache ich nicht“ wirkt stärker als eine lange Rechtfertigung.

Grenzen zu setzen, ist keine Unhöflichkeit. Es ist die Voraussetzung dafür, dass du in Beziehungen und im Beruf bleiben kannst, wer du bist. Konkrete Sätze für den Alltag findest du im Beitrag Was hochsensible Menschen nicht mögen.

Verletzlichkeit und Hochsensibilität: Muss das so bleiben?

Nein. Ganz klar: Nein. Aufzuhören, sich zu verstecken, ist eine bewusste Entscheidung, die viele Hochsensible treffen. Auch wenn du es jahrelang anders gelernt hast, du darfst aufhören, dich verletzlich zu verstecken. Du kannst annehmen, was du bist: hochsensibel, intensiv fühlend, tief verbunden mit der Welt und anderen hochsensiblen Menschen.

Lächelnde Frau mit verschränkten Armen in schwarzem Pullover

Wie beginnt echte Veränderung?

Mit einem einzigen, mutigen Schritt: Akzeptanz. „Ja, ich bin hochsensibel. Und das ist okay.“

Dieser Satz kann der Anfang von etwas Großem sein, nicht immer leicht, aber heilsam. Es geht darum, zu verstehen, dass HSP besondere Bedürfnisse haben, was Hochsensibilität wirklich bedeutet und was sie in deinem einzigartigen Leben bewirken kann.

Wie können hochsensible Menschen authentisch leben?

Hochsensible können authentisch leben, indem sie sich selbst akzeptieren, ihre Gefühle zulassen und lernen, ihre Bedürfnisse klar zu kommunizieren. Ihre Fähigkeit zur Wahrnehmung ist keine Überempfindlichkeit, sondern eine Stärke. Nicht hochsensible Menschen sind anders, nicht schlechter, nicht besser, nur anders. Es ist wichtig, dass Hochsensible sich nicht anpassen müssen, um anderen zu gefallen.

Wie kann ein hochsensibles Kind lernen, seine Gefühle zu leben?

Hochsensible Kinder können lernen, ihre Gefühle zu leben, indem sie in einem unterstützenden Umfeld aufwachsen, in dem ihre Emotionen ernst genommen werden. Es ist wichtig, dass sie lernen, ihre Empathie zu verstehen und Grenzen zu setzen, um sich selbst zu schützen. Hierfür ist es wesentlich, dass ihre Gefühle und Bedürfnisse gesehen und akzeptiert werden.

Wir lernen, Grenzen zu setzen, wenn andere unsere Grenzen akzeptieren. Es ist wichtig, dass Eltern ihrem Kind signalisieren: Du bist okay, so wie du bist, mit all deinen Gefühlen und Bedürfnissen. Wie das im Alltag gelingt, beschreibe ich im Beitrag Hochsensible Kinder stärken.

Wie können hochsensible Eltern ihre hochsensiblen Kinder unterstützen?

Hochsensible Eltern können ihre hochsensiblen Kinder unterstützen, indem sie ein offenes Ohr für ihre Gefühle haben und ihnen helfen, ihre Emotionen zu verstehen. Sie sollten auch lernen, wie sie ihre Kinder in stressigen Situationen begleiten können, um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben.

Hierbei kann dich auch mein Kurs „Das hochsensible Kind verstehen“ unterstützen. Hier bekommst du mehr Informationen:

Was brauchst du, um deine Hochsensibilität zu verstehen?

Oberflächliche Infos über Reizüberflutung helfen nur bedingt, weil sie oft nicht die tiefen Bedürfnisse hochsensibler Menschen ansprechen. Was du brauchst, ist ein tiefes Verständnis der vielen Ebenen deiner Hochsensibilität, um als hochsensibler Mensch zu gedeihen: wie du denkst, wie du fühlst, wie du dich empathisch und emotional regulierst.

Und genau das lernst du in meinem Kurs „Hochsensibilität verstehen“. Wenn du dich erst einmal in das Thema Hochsensibilität einlesen möchtest, hilft dir mein E-Book, dich besser zu verstehen. Beides ist ein Stück Persönlichkeitsentwicklung, das sich lohnt.

Wie würde es sich anfühlen, deine Sensibilität als Stärke zu leben?

In meinem Kurs gehen wir gemeinsam den Weg: Du lernst, deine Sensibilität nicht mehr zu verstecken, sondern zu verstehen, zu nutzen und kraftvoll zu leben. Du entwickelst Strategien, wie du dich schützen kannst, ohne dich zu verbiegen. Du lernst, deinen Körper zu lesen und deinem Bauchgefühl zu vertrauen.

Es ist Zeit, dich zu zeigen, echt und kompetent. Ganz. Und ohne Angst, „zu viel“ zu sein. Mit dem Button unten erfährst du mehr über den Kurs und machst deinen ersten Schritt.

Bist du bereit, aufzuhören, dich zu verstecken?

Du bist nicht allein mit deiner Tiefe. Du bist nicht falsch. Und du musst dich nicht länger anpassen, um akzeptiert zu werden. Du darfst du selbst sein, ganz.

Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten. Wenn du dir persönliche Begleitung wünschst, gehen wir solche Themen in meinem Coaching für Hochsensible gemeinsam an. Was passiert, wenn du deine Hochsensibilität nicht unterdrückst, sondern verstehst, beschreibe ich auf meiner Seite darüber, wie sich Hochsensibilität auf dein Leben auswirkt.

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Häufige Fragen: wenn Hochsensible verletzt sind

Wie reagieren Hochsensible, wenn sie verletzt sind?

Viele ziehen sich zurück, werden still und grübeln lange über die Situation nach. Oft zeigen sie die Verletzung zunächst nicht. Sie spüren sie im Körper als Anspannung oder Erschöpfung. Tränen oder Wut kommen häufig erst später, wenn sie allein sind. Manche entschuldigen sich sogar, obwohl sie selbst verletzt wurden.

Warum sind Hochsensible so leicht verletzt?

Hochsensible nehmen feine Signale wie Tonfall und Blicke genau wahr, verarbeiten Erlebtes tiefer und erleben Gefühle intensiver. Deshalb wirkt eine Kränkung stärker und länger nach. Besonders verletzlich reagieren Menschen, deren Sensibilität in der Kindheit nicht angenommen oder abgewertet wurde.

Können hochsensible Menschen verzeihen?

Ja, oft sogar sehr tief, weil sie sich gut in andere hineinversetzen können. Verzeihen heißt für sie aber meist nicht vergessen, und das Vertrauen kommt langsamer zurück. Ein Gespräch, in dem die Verletzung anerkannt wird, erleichtert das Verzeihen deutlich.

Warum unterdrücken Hochsensible ihre Gefühle?

Meist, weil sie als Kinder erlebt haben, dass ihre Gefühle „zu viel“ waren. Sätze wie „Du bist zu empfindlich“ lehren ein Kind, dass es sicherer ist, Emotionen nicht zu zeigen. Dieses Muster bleibt oft bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Kann man Hochsensibilität unterdrücken oder loswerden?

Nein. Hochsensibilität ist ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Unterdrücken lassen sich nur die Gefühle und Reaktionen, und das kostet viel Kraft und belastet Körper und Beziehungen. Sinnvoller ist es, die eigene Hochsensibilität zu verstehen und den Alltag so zu gestalten, dass sie zur Stärke werden kann.

Wie kann ich mich als hochsensibler Mensch durchsetzen?

Mit Klarheit statt Lautstärke: Bereite wichtige Gespräche vor, formuliere dein Anliegen in einem Satz, sprich unter vier Augen und nimm dir Bedenkzeit, bevor du zusagst. Ein ruhiges, wiederholtes Nein wirkt stärker als eine lange Rechtfertigung.

Was sind die Anzeichen dafür, dass jemand hochsensibel ist?

Anzeichen für Hochsensibilität sind unter anderem eine starke Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen, ein intensives emotionales Empfinden, das Bedürfnis nach Rückzug in ruhige Umgebungen und eine tiefe Wahrnehmung von Gefühlen, der eigenen und der anderer Menschen. Eine erste Orientierung gibt dir mein Test für Erwachsene.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Aron, E. N. (1996): The Highly Sensitive Person. Broadway Books, New York. Deutsch: Sind Sie hochsensibel?
  • Aron, E. N. und Aron, A. (1997): Sensory-processing sensitivity and its relation to introversion and emotionality. Journal of Personality and Social Psychology, 73, 345 bis 368.
  • Gross, J. J. und John, O. P. (2003): Individual differences in two emotion regulation processes: Implications for affect, relationships, and well-being. Journal of Personality and Social Psychology, 85, 348 bis 362.
  • Greven, C. U. und andere (2019): Sensory Processing Sensitivity in the context of Environmental Sensitivity. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, 98, 287 bis 305.

Über die Autorin

Sandra Quedenbaum, Coach für Hochsensible

Sandra Quedenbaum arbeitet seit über zwanzig Jahren mit hochsensiblen Menschen und bildet seit fast 20 Jahren Coaches aus. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, ausgebildete Lehrtrainerin, selbst hochsensibel und begleitet ihre Kunden im Einzelcoaching, in Online-Kursen und in der Ausbildung zum HSP-Coach. Ihr Ansatz ist körperorientiert und traumasensibel.

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