Grundlegendes Merkmal der Hochsensibilität nach Aron

Stress durch Überreizung bei Hochsensibilität. Dieser Beitrag befasst sich mit dem zweiten der grundlegenden vier Merkmale der Hochsensibilität nach Aron.

Leichtere Überreizung des Nervensystems (2 von 4)

  • Warum neigen Hochsensible zur nervlichen Überreizung?
  • Wofür ist diese Fähigkeit der besonderen Sinnesverarbeitung sinnvoll?
  • Was hat das für Auswirkungen auf das tägliche Leben?
  • Welche Gefahr solltest du unbedingt beachten?
  • Welchen Vorteil haben hochsensible Menschen?

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Stress durch Überreizung bei Hochsensibilität

Nach den Forschungen von Elain Aron, der Entwicklerin des Modells der Hochsensibilität, gibt es vier grundlegende Merkmale. Diese bilden die Basis einer Hochsensibilität.

Die vier grundlegenden Merkmale der Hochsensibilität

1. Die tiefe Verarbeitung von Informationen

2. Eine leichtere Überreizbarkeit des Nervensystems

3. Eine starke Gefühlswelt

4. Stark empfänglich auch für leichte Reize

Dieser Beitrag befasst sich näher mit dem zweiten Aspekt, der leichteren Überreizung des Nervensystems. Du erfährst, was der Körper von hochsensiblen Menschen anders macht. 

Warum neigen Hochsensible zur nervlichen Überreizung?

Die Hochsensibilität wird über Hormone und Neurotransmitter gesteuert. 

Neurotransmitter aktivieren das vegetative Nervensystem. Dieses kontrolliert unsere Vitalfunktionen, die Organe und das Organsystem. Das vegetative Nervensystem ist nicht durch unser Bewusstsein beeinflussbar.

 

Nach Untersuchungen von Jerome Kagan haben (HSP) hochsensible Personen  eine höhere Konzentration des Neurotransmitters Noradrenalin im Blut. So kommt es zu Stress durch Überreizung bei Hochsensibilität.

Dieser Neurotransmitter ist verantwortlich für das stark ausgeprägte Aufmerksamkeitssystem der Hochsensiblen und die damit verbundene intensive Verarbeitung von Sinneseindrücken. 

Noradrenalin aktiviert das Gehirn. HSP sind immer bereit für den geistigen Einsatz. 

Wofür ist diese Fähigkeit der besonderen Sinnesverarbeitung sinnvoll?

Das hat evolutionäre Vorteile, da hochsensible Menschen durch ihre gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit zum Beispiel schneller Gefahren erkennen können. Zusätzlich nehmen sie mehr Reize gleichzeitig wahr, da die Gehirnregion für Reizunterdrückung bei HSP laut Untersuchungen weniger aktiv ist. Aus diesem Grund empfinden Hochsensible manche Situationen schneller als belastend und kommen in Stress.   

Da die Natur ja prinzipiell clever ist, hat sie deswegen Hochsensible mit ausgleichenden Fähigkeiten ausgestattet. Stressfaktoren werden so schneller erkannt, um so angemessen reagieren zu können. 

Was hat das für Auswirkungen auf das tägliche Leben hat?

Hochsensible benötigen mehr Ruhepausen, schätzen Arbeitsphasen, in denen sie auch allein arbeiten können, meiden ein reizstarkes Umfeld, in dem die sich nur schwer zurückziehen können. Zum Beispiel ein Weihnachtsmarktbesuch am Freitagabend. Oder eine Familienfeier, die über mehrere Stunden angesetzt ist. 

HSP lieben die Gemeinschaft. Gleichzeitig ist die Zeitspanne, in der Hochsensible das Beisammensein rundum genießen können, einiges geringer als bei durchschnittlich Sensiblen. Deshalb sagen sie Treffen zum Teil vorher ab. Sie befürchten, dass ein vorzeitiges Gehen als Ablehnung interpretiert werden könnte. Oder sie halten durch, und sind dann am nächsten Tag total erschöpft.

HSP achten auf eine Minimierung der Außenreize

Im Alltag achten sie auf eine Minimierung der Außenreize. Fernseher und Radio werden spätestens beim Essen oder einer Unterhaltung ausgeschaltet, weil sonst ein Gefühl der Unruhe entsteht. Starke Gerüche wie Duftkerzen oder Parfüms werden eher gemieden. Es sei denn, es handelt sich um einen sehr geliebten Duft, dann wird dieser als großer Genuss empfunden. In der Regel sind diese Düfte dann aber eher beruhigend oder sehr leicht und frisch. 

Schilder in der Kleidung werden rausgeschnitten, weil diese sonst permanent wahrgenommen werden. Ein kleines Schild kann sonst zum großen Stressfaktor werden.

Bei Stress können Hochsensible auch anders!

So gutmütig und harmonieliebend hochsensible Menschen in der Regel sind, können sie zur Furie werden, wenn ihre Überreizung zu stark wird. Dann gehen sie in den Angriff- oder Flucht-Modus. Mein Thema ist Zeitdruck. Wenn ich Zeitdruck habe braucht es nur Mini-Impulse und ich bin total überreizt. Wenn mein Mann es dann gut mit mir meint, und mich zur Beruhigung in den Arm nehmen will, lebt er echt gefährlich. Weil mir eine Berührung dann viel zu viel ist, und mir richtig körperlich weh tut. Eine hochsensible Person in der Überreizung lässt man am besten mit liebevollem Blick einfach in Ruhe. Zum Glück können HSP sich normalerweise gut regulieren, sodass sie nach ein paar Minuten wieder energetisch runtergefahren sind. Am besten man lässt sie einfach machen, und wenn nicht noch unentwegt Reize dazukommen, berappeln sie sich recht schnell.

Gefahren der Überreizung bei Hochsensibilität

Dadurch, dass das vegetative Nervensystem permanent auf „Obacht“ eingestellt ist, kommt es schneller zur Adrenalinausschüttung, als bei durchschnittlich sensiblen Menschen. So kommt es schneller zu Stress durch Überreizung bei Hochsensibilität. Deswegen ist die Fähigkeit der Stressregulation ein wichtiger Faktor, damit sich im Falle einer Überreizung schnell beruhigen können. Das ist wichtig, um nicht in eine permanente nervliche Überforderung und damit in Dauerstress zu geraten.

Haben wir jedoch nicht gelernt, uns bei Stress zu regulieren droht Dauerstress. Manche HSP übergehen ihre inneren Warnzeichen aufgrund des eigenen Anspruches oder des Bedürfnisses, mit durchschnittlich sensiblen Menschen mitzuhalten. So kommt es zu einer Dauerstresssituation. Es besteht die Gefahr von starken psychischen und körperlichen Auswirkungen.

Ist zudem durch negative Erfahrungen das Bindungs- oder Stress-System beeinträchtigt, wird die Hochsensibilität zu einer starken Last.

Dauerstress kann weitreichende Folgen haben.

Langandauernder Stress kann zum Beispiel zu Ängsten, Panikattacken, einer Depression, Schilddrüsenfehlfunktionen oder einem Burnout kommen.

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die körperlichen und psychischen Auswirkung nicht durch die Hochsensibilität entstehen. Es handelt sich hier in der Regel um die Folgen meist frühkindliche Erfahrungen.

Wenn HSP diese ungünstigen Erfahrungen gemacht haben, sind häufig die Fähigkeiten, die Hochsensible haben, um mit ihrer höheren Reizempfindlichkeit besser umgehen zu können, weniger aktiv. In diesem Fall ist die Hochsensibilität eine zusätzliche Belastung.

Welchen Vorteil haben hochsensible Menschen?

Das Gute daran ist, dass diese Fähigkeiten im Hintergrund schlummern. Durchschnittlich Sensible müssen sie zum Teil erst ganz neu erlernen. Sie müssen bei HSP nur aktiviert werden. Sodass Hochsensible, im Vergleich zu durchschnittlich sensiblen Menschen, durch die weiteren unterstützenden Eigenschaften der Hochsensibilität nach meiner Erfahrung schneller in eine positive Veränderung kommen. Da ist die Hochsensibilität letztendlich wieder ein Vorteil.

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