Test Hochsensibilität für Erwachsene: Bin ich hochsensibel?

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Vielleicht kennst du das: Du nimmst Dinge wahr, die andere gar nicht bemerken. Geräusche, die dich ablenken. Stimmungen, die dich mitreißen. Situationen, die dich innerlich aufwühlen, obwohl von außen betrachtet nichts Besonderes passiert ist. Wenn du dich schon öfter gefragt hast, ob du hochsensibel bist, gibt dir dieser Test zur Hochsensibilität für Erwachsene eine erste Einschätzung.

Was dieser Test kann und was nicht

Dieser Selbsttest ist kein medizinisches Diagnoseinstrument. Er ersetzt keine therapeutische Einschätzung und stellt keine Diagnose. Hochsensibilität ist auch keine Krankheit und keine Störung, sondern ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, das etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen betrifft.

Das Konzept geht auf die amerikanische Psychologin Elaine Aron zurück, die in den 90er Jahren das Modell der Sensory Processing Sensitivity entwickelt hat. Hochsensible Menschen verarbeiten Sinnesreize und soziale Informationen tiefer und intensiver als andere. Das zeigt sich in vier Kernbereichen: tiefe Verarbeitung, leichte Überreizbarkeit, starke Gefühlswelt und Empathie sowie feine Sinneswahrnehmung. Welche Merkmale dazugehören, erkläre ich ausführlich im Beitrag Hochsensibilität einfach erklärt.

Dieser Test orientiert sich an diesem Modell. Die Aussagen beziehen sich auf Alltagssituationen, den Beruf und Beziehungen. Du bekommst am Ende eine erste Einordnung, kein endgültiges Urteil.

Der Test: 30 Aussagen zur Hochsensibilität

Beantworte jede Aussage ehrlich mit trifft zu, trifft teilweise zu oder trifft nicht zu. Du siehst immer eine Aussage auf einmal, kannst zurückgehen und bekommst am Ende sofort dein Ergebnis mit einer Auswertung nach Bereichen. Deine Antworten werden nicht gespeichert.

Frage 1 von 30

Alle 30 Aussagen des Tests zum Nachlesen

Hier findest du alle Aussagen des Tests für hochsensible Erwachsene noch einmal im Überblick, geordnet nach Bereichen. Wenn du den Test lieber auf Papier machen möchtest, vergibst du pro Aussage 2 Punkte für „trifft zu“, 1 Punkt für „trifft teilweise zu“ und 0 Punkte für „trifft nicht zu“ und liest dein Ergebnis in der Auswertung weiter unten ab.

Tiefe Verarbeitung

  1. Ich denke über Erlebnisse noch lange nach, auch wenn sie schon vorbei sind.
  2. Ich brauche Zeit, bevor ich Entscheidungen treffe, weil ich viele Aspekte gleichzeitig bedenke.
  3. Ich bemerke Zusammenhänge und Feinheiten in Gesprächen oder Situationen, die andere übersehen.
  4. Ich verarbeite Kritik intensiver als die meisten Menschen in meinem Umfeld.
  5. Ich reflektiere mein eigenes Verhalten und meine Gefühle sehr genau.
  6. Neue Umgebungen oder Aufgaben brauchen bei mir länger, bis ich mich wirklich sicher fühle.

Leichte Überreizbarkeit

  1. Laute Geräusche, grelles Licht oder starke Gerüche belasten mich schnell.
  2. Ich brauche nach einem vollen Tag Zeit für mich, um mich zu erholen.
  3. In Menschenmengen oder lauten Räumen fühle ich mich schnell erschöpft.
  4. Wenn zu viele Dinge gleichzeitig passieren, verliere ich leicht den Überblick oder die Ruhe.
  5. Ich reagiere empfindlicher auf Hunger, Schmerz oder körperliche Beschwerden als andere.
  6. Wenn ich lange keine Pause machen konnte, merke ich das deutlich an meinem Körper oder meiner Stimmung.

Starke Gefühlswelt und Empathie

  1. Ich spüre die Stimmung anderer Menschen sehr genau, manchmal ohne dass etwas gesagt wird.
  2. Ich werde von Musik, Filmen oder Kunstwerken tief berührt.
  3. Ich fühle mit anderen so stark mit, dass es mich manchmal selbst belastet.
  4. Ich reagiere auf Ungerechtigkeit oder Leid in der Welt intensiver als andere in meinem Umfeld.
  5. Schönheit in der Natur, in Kunst oder in Alltagsmomenten bewegt mich wirklich.
  6. Wenn jemand in meiner Nähe traurig oder wütend ist, überträgt sich das schnell auf mich.

Feine Sinneswahrnehmung

  1. Ich bemerke feine Geräusche, Gerüche oder Veränderungen in meiner Umgebung, die anderen nicht auffallen.
  2. Bestimmte Stoffe, Etiketten in der Kleidung oder körperliche Empfindungen stören mich mehr als andere.
  3. Ich reagiere empfindlicher auf Koffein, Alkohol oder Medikamente.
  4. Ich bemerke sofort, wenn sich etwas in einem Raum oder bei einer Person verändert hat.

Alltag

  1. Ich brauche nach sozialen Ereignissen oft Zeit allein, um mich zu regenerieren.
  2. Ich plane meinen Alltag lieber ruhig und strukturiert, weil Unvorhergesehenes mich schnell aus dem Gleichgewicht bringt.
  3. Multitasking fällt mir schwer und macht mich müde.

Beruf

  1. Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz trifft mich tiefer als die meisten Kollegen.
  2. In Großraumbüros oder bei häufigen Unterbrechungen kann ich schlechter arbeiten als in ruhigen Umgebungen.
  3. Ich brauche mehr Pausen als andere, um konzentriert und leistungsfähig zu bleiben.

Beziehungen

  1. In engen Beziehungen merke ich schnell, wenn etwas nicht stimmt, auch wenn der andere nichts sagt.
  2. Konflikte belasten mich stärker und länger als andere Menschen in meinem Umfeld.

Auswertung: So liest du dein Ergebnis

Für jede Aussage gibt es 2 Punkte (trifft zu), 1 Punkt (trifft teilweise zu) oder 0 Punkte (trifft nicht zu). Insgesamt sind höchstens 60 Punkte möglich.

PunkteEinordnungWas das bedeutet
0 bis 20Wenige Hinweise auf HochsensibilitätDie meisten Aussagen treffen auf dich nicht zu. Das heißt nicht, dass du kein empfindsamer Mensch bist, aber Hochsensibilität im Sinne von Elaine Arons Modell ist bei dir eher unwahrscheinlich.
21 bis 40Teilweise ÜbereinstimmungDu erkennst dich in einem Teil der Aussagen wieder. Manche Bereiche der Hochsensibilität treffen auf dich zu, andere weniger. Möglich ist auch, dass gerade Stress oder deine Lebenssituation eine Rolle spielen.
41 bis 60Starke Hinweise auf HochsensibilitätDie meisten Aussagen beschreiben dich gut. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass du hochsensibel bist. Ein hohes Ergebnis ist kein Problem, sondern ein Ausgangspunkt, um dich selbst besser zu verstehen.

Warum das Ergebnis nur ein Hinweis ist

Ein Test wie dieser kann keine abschließende Antwort geben. Das liegt nicht an den Fragen, sondern daran, dass Hochsensibilität ein vielschichtiges Merkmal ist, das sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich zeigt. Außerdem gibt es Zustände, die der Hochsensibilität ähneln, aber andere Ursachen haben.

Dauerstress, Burnout und unverarbeitete Traumata können ähnliche Symptome erzeugen wie Hochsensibilität. Du kannst dich erschöpft, überreizt und dünnhäutig fühlen, auch wenn Hochsensibilität gar nicht der Grund ist. Deshalb ist es wichtig, beides auseinanderzuhalten.

Ein praktischer Hinweis dazu: Ein hochsensibles Nervensystem beruhigt sich in einer ruhigen Umgebung in der Regel innerhalb weniger Minuten. Wenn du nach einem lauten Tag nach Hause kommst, die Stille genießt und dich relativ schnell wieder erholt fühlst, spricht das für Hochsensibilität. Ein Nervensystem, das durch ein Trauma oder anhaltenden Stress dauerhaft im Alarm ist, beruhigt sich auch in ruhiger Umgebung nur schwer oder gar nicht. Dann bleibt das Gefühl von Anspannung, Wachheit oder innerer Unruhe, auch wenn äußerlich alles still ist. Wie du beides unterscheidest, erkläre ich im Beitrag Trauma und Hochsensibilität unterscheiden; was in der Überreizung im Körper passiert, liest du im Beitrag Überreiztes Nervensystem beruhigen.

Was nach dem Test sinnvoll ist

Das Ergebnis ist der erste Schritt. Was danach kommt, hängt davon ab, wo du gerade stehst.

Wenn du verstehen möchtest, was Hochsensibilität für deinen Alltag bedeutet und wie du besser damit umgehst, ist mein Onlinekurs Hochsensibilität erkennen und verstehen ein guter Einstieg. Du lernst, was hinter dem Begriff steckt, wie sich Hochsensibilität in deinem Leben zeigt und welche Strategien dir helfen. Den Kurs machst du in deinem eigenen Tempo.

Wenn du lieber persönlich begleitet werden möchtest, unterstütze ich dich im Coaching für Hochsensible. Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit hochsensiblen Menschen, bin selbst hochsensibel und kenne als Heilpraktikerin für Psychotherapie die Zusammenhänge zwischen Hochsensibilität und Trauma aus langjähriger Praxis.

Außerdem kannst du dich weiter unten für meinen Newsletter anmelden. Dort bekommst du regelmäßig praktische Impulse und Hintergrundwissen zur Hochsensibilität, ohne dass es zu viel wird.

Häufige Fragen zum Test für hochsensible Erwachsene

Gibt es einen offiziellen Test für Hochsensibilität?

Es gibt keinen standardisierten klinischen Test. Elaine Aron hat einen Fragebogen entwickelt, die HSP-Skala, der als Ausgangspunkt gilt und in der Forschung am häufigsten genutzt wird. Dieser Test hier orientiert sich an ihrem Modell und an den vier Kernbereichen der Sensory Processing Sensitivity. Eine verbindliche Diagnose kann kein Selbsttest liefern.

Ist Hochsensibilität eine Krankheit?

Nein. Hochsensibilität ist ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, keine Krankheit, keine Störung und kein Defizit. Hochsensible Menschen haben ein Nervensystem, das Reize tiefer und intensiver verarbeitet. Das bringt Herausforderungen mit sich, aber auch Stärken wie Empathie, Kreativität und ein feines Gespür für Menschen und Situationen.

Kann ich diesen Test auch für mein Kind nutzen?

Dieser Test richtet sich an Erwachsene, die Aussagen beziehen sich auf das Erwachsenenleben. Für Kinder gibt es auf dieser Website den eigenen Test für hochsensible Kinder, der auf ihre Lebenswelt zugeschnitten ist.

Was sollte ich tun, wenn ich ein hohes Ergebnis habe?

Ein hohes Ergebnis ist kein Grund zur Sorge, sondern ein Hinweis, den du nutzen kannst. Sinnvoll ist, mehr über Hochsensibilität zu lernen und zu verstehen, welche Situationen dich belasten und welche Strategien dir helfen. Der Onlinekurs oder ein persönliches Coaching sind gute nächste Schritte.

Was ist der Unterschied zwischen hochsensibel und introvertiert?

Introversion beschreibt, woher du deine Energie ziehst: Introvertierte erholen sich allein, Extrovertierte im Kontakt mit anderen Menschen. Hochsensibilität beschreibt, wie intensiv dein Nervensystem Reize verarbeitet. Beides kann zusammen auftreten, aber es gibt auch hochsensible Extrovertierte und introvertierte Menschen, die nicht hochsensibel sind. Die Begriffe überschneiden sich, meinen aber nicht dasselbe.

Weitere Tests auf dieser Website

Wenn du wissen möchtest, ob dein Kind hochsensibel ist, nutze den Test für hochsensible Kinder. Er ist auf die Lebenswelt von Kindern zugeschnitten und hilft dir auch im Gespräch mit Partner, Erziehern und Lehrern. Wenn du dich fragst, ob hinter deiner Empfindsamkeit eher ein Trauma oder anhaltender Stress steckt, hilft dir der Test Hochsensibilität und Trauma unterscheiden. Eine Übersicht aller Tests findest du auf der Seite HSP Test.

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Hier findest du weitere Beiträge zur Hochsensibilität

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